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Re: Ein Traum von Freiheit [09.03.2026 - X]
von Quinn am 15.03.2026 18:59Name des Events: Ein Traum von Freiheit
Informationen:
Teil: 3
Datum des Plays: 09. 03 .2026
Anwesende Teilnehmer: Quinn, Kamaitachi, Szeht, Aravae, Faeryndil, Artur, Zemira
Abwesende Teilnehmer: -
Eventleiter: Seyper
Dauer des Events: 19:47Uhr - 23:58Uhr
Besuchte Orte im Event: Testulam-Wald, Lager des Ordensritters, Wald nach Persepolos
Zusammenfassung:
Das letzte Mal ließ die Gruppe Arnaut zurück und machte sich ohne ihn auf den weiteren Weg. Am Ort des Geschehens angekommen, begannen sie auch sofort mit der Arbeit. Sie bereiteten Fallen vor, hielten nach den vermeintlichen Sklavenjägern Ausschau und ließen Szeht auf dem Weg, um diesen als Köder zu verwenden. Nach nur kurzer Zeit musste sich die Gruppe schon verstecken, da eine Kutsche den Weg entlangfuhr, von 6 Soldaten eskortiert. Szeht begann dann auch schon das Reden mit ihnen. Die Sklavenhändler befahlen ihm aber nur, aus dem Weg zu gehen, und der vermeintliche Anführer der Garde entdeckte die Hinterhälter schon zu früh. Und da ... gab Artur das Zeichen für den Angriff. Leider verfehlte beinahe jeder. Szeht schaffte es nicht, sich wegzuteleportieren, einige Pfeile stießen ins Holz der Kutsche anstatt in die Sklavenhändler und auch die Nahkämpfer trafen nur Kutsche und Boden. Die Angreifer hatten auch nicht sonderlich viel mehr Glück, die meisten verfehlten ebenfalls oder hatten einen zu langen Fußweg, um überhaupt zur Gruppe zu gelangen. Da kam Szeht auf eine Idee ... und nutzte seine Schattenmagie, um in die Kutsche hineinzukommen, welche dann prompt von einem Eisschild den Weg hinein und hinaus blockiert wurde. Quinn versuchte dann, Magie, die von La Vipera genutzt werden sollte, mit seinen Gegenzaubern zu treffen, und Kamaitachi stützte sich den Hügel runter auf einen der Gegner. Auch diese Runde hatte die Gruppe nicht viel mehr Glück und viel wurde stark, sehr stark verfehlt. Die Gegner trafen diesmal aber etwas mehr ... und auch konnten einige der Gegner zu den Fernkämpfern vordringen, wodurch Quinn sofort 2 schwere Stöße abbekam und beinahe direkt ohnmächtig zu Boden ging. Zemira fiel dann etwas auf, wodurch sie alle rief, einzuhalten. Leider achteten dort nicht alle darauf, Artur schoss weiter auf einen der Gegner, sie wie Aravae ebenfalls. Faeryndil packte Quinn und versuchte, mit ihm zu fliehen, was allerdings nicht funktionierte. Und so wurde es zumindest Zemira und Szeht klar ... Sie kämpften nicht gegen Sklavenjäger, sondern gegen die Königinmutter von Embario und ihre Garde. Sofort wurde jeder Kampf eingestellt ... von Seiten der Gruppe zumindest, da sich 2 der Leibwachen auf eigene Faust versuchten, um Quinn und Faeryndil zu kümmern, und diese, obwohl sie keine Waffen bei sich trugen oder sonderliche Gefahren darstellten, mit Waffen an den Hälsen zur Kutsche brachten. Die Gruppe versuchte, sich zu erklären ... Doch die Königin glaubte ihnen nicht, zumindest nicht komplett, dennoch erbarmte sie sich und man zeigte ihr die Orte, wo man mit Arnaut und auf der Suche nach ihm hingegangen war. Doch selbst das Lager hatte Arnaut, wenn dies überhaupt sein Name war, in der Zwischenzeit dem Erdboden gleichgemacht. Denn wie die Gruppe nun realisierte, war Arnaut kein Ordensritter, sondern ein Betrüger, der sich im übertragenen Sinne mit falschen Federn schmückte. Und so wurde die Gruppe in Untersuchungshaft genommen und der Orden wurde gerufen, um selbst ebenfalls Untersuchungen zu machen ... Wie die Gruppe da wieder herauskommt?
Antares: Hintergrund eines einfachen Mädchens aus Perona
von Elladora am 15.03.2026 00:16Erkenntnis
Mir fiel es das erste Mal auf, da war ich knapp fünf Jahre alt. Ich verstand es da noch nicht ganz. Es waren ein paar Worte, ein paar Worte in einem Streitgespräch meiner Eltern. Ich war zu jung und verstand sie nicht, aber sie kehrten häufig wieder. In Träumen, meinen Alpträumen. Da sagte sie es immer wieder:
Was sollen wir bloß mit Dreien machen?
Das meine verzweifelte Mutter uns drei Kinder meinte, erschloss sich mir. Warum sie weinte, wusste ich aber nicht. Der Grund kümmerte mich auch nicht, viel eher wollte ich nicht, dass sie weinte. Deswegen lief ich auf kurzen Kinderbeinen zu ihr und umschlang ihr Bein auf meiner Höhe.
Ich höre im Traum immer noch ihr Schniefen und spüre die Wärme ihrer Hand, als sie diese auf meinen Kopf legt und sich zu mir herunter beugt. Traurig mir über das kurze Haar streichend. "Ach, Theodora... Warum bloß?"
Ebenso wie meine ältere Zwillingsschwester das Recht hat. Und meine Eltern müssen wohl oder übel drei Kinder versorgen, selbst wenn sie nur zwei wollten.
Und dank meinem jungenhaften Haarschnitt können meine älter werdenden Eltern Theodora und mich so langsam auch voneinander unterscheiden.
Der Geburtstag
"Alles Gute zum Geburtstag, meine Lieben!"
Meine Schwester und ich werden gleichermaßen an unsere Mutter gedrückt und dürfen uns so gegenseitig auch umarmen, obwohl wir unseren gestrigen Streit noch nicht vergessen haben.
Ich starre Theodora finster an und sie streckt mir in einem unbeobachteten Augenblick die Zunge heraus. Mutter und Vater bemerken weder das eine noch das andere, als sie uns nacheinander in die Arme schließen, aber David gibt uns beiden einen Klaps auf den Hinterkopf. "Herzlichen Glückwunsch zu eurem 14.Geburtstag. Noch drei Jahre, dann sind Mom und Dad euch endlich los", meint er mit einem Grinsen auf dem Gesicht.
"Warum sollten wir ausziehen? Bist du doch auch nicht", kontere ich, während Theo auch David die Zunge herausstreckt und sich dann an den Frühstückstisch setzt, der mit Brot, frischem Fisch und hartgekochten Eiern gedeckt ist.
"Ich mache eine Lehre als Tischler und bringe so auch Geld mit. Theo will sobald es möglich ist nach Froenya an die Musikschule und dann kann sie sicherlich nicht hier wohnen bleiben. Und du? Hast du dich endlich entschieden?" Seine dunkelblauen Augen, die er von Mutter hat, schauen mich durchdringend an. Es ist klar, was ich sagen werde, aber dann wird Theo nur wieder lachen, Dave die Augen verdrehen und Mutter und Vater sich diesen Blick zuwerfen. Also bleibe ich still und setzte mich pampig meiner Schwester gegenüber.
"Dein Bruder hat aber Recht", ergreift mein Vater das Wort und ich habe kurz Angst, dann spricht er aber weiter: "Theodora, wenn du nach Froenya willst, brauchst du dort eine Bleibe. Wir sind nicht die Reichsten, Liebes, du wirst dir bald eine vorübergehende Arbeit beschaffen müssen, um Geld zusammenzusparen, so leid es mir tut, das zu sagen."
Theodora reagiert wie erwartet nicht sehr friedlich und verständnisvoll. "Waas?! Ich soll arbeiten gehen? Wo denn? Am Hafen? Ich muss singen und musizieren üben, sonst werde ich da nie aufgenommen. Warum kann sie nicht für mich arbeiten gehen, während ich übe? Sie wird euch doch sowieso noch Ewigkeiten ein Klotz am Bein sein, so untalentiert, wie sie ist."
Fast lasse ich mein halb gepelltes Ei fallen. Ich wage es nicht, aufzublicken, schließlich ruhen jetzt vier Augenpaare auf mir. Mein Vater räuspert sich, aber ich tue weiterhin so, als hätte ich nichts gehört und löse die Eierschale mit zitternden Fingern weiter ab.
"Theo, wirklich ...", sagt dann meine Mutter, die Stille durchbrechend.
"Was denn? Ist doch wahr! Den lieben langen Tag ist sie bei dem Alten oder hockt auf Dächern herum. Wenn sie in eine Flöte pustet, kann sie jedes Getier verscheuchen, so grell sind die Töne, und singen kann sie auch nicht!"
So langsam wird es mir etwas zu bunt. "Na, immerhin habe ich noch nicht beide Fischersjungen geküsst!", schieße ich zurück und mein Spiegelbild wird rot. "Du hast doch versprochen-"
Ich unterbreche sie: "Ich sagte lediglich, dass ich vorerst nichts sagen würde. Das ist jetzt ja schon eine Jahreszeit her." Ich grinse überlegen, aber spüre den Blick meines Bruders auf mir, der wenig begeistert zu sein scheint.
Immerhin sagt er nichts.
Die hübsche, knallrote Theodora schafft es nicht, irgendwelche Worte hervorzubringen. Sie hatte ja schon eingestanden, das dem so gewesen war. Ich an ihrer Stelle wäre schlauer gewesen und hätte vermutlich auch ein Ei nach mir geworfen, aber doch nicht die zarte Dora.
Mutter ergreift das Wort, aber jedes ihrer Worte ist in einem hilflos-verzweifelten Tonfall gesprochen: "Kinder, bitte, es ist euer Geburtstag, vertragt euch doch."
"Dad?", fragt Theodora, anscheinend Schutz erhoffend.
"Du hast doch angefangen!", mache ich weiter. "Ich sitze nicht nur blöd herum und alt ist Azariel nur für menschliches Befinden. Er ist schließlich ein Hochelf!" Meine braunen Augen verengen sich wütend, als Theo nicht darauf reagiert. So langsam bekomme ich aber Angst, den Blick zu Vater zu wenden, denn er hasst es wie die Pest, wenn wir streiten.
Und wie erwartet, eine Standpauke seinerseits lässt nicht mehr lange auf sich warten: "Aufstehen, Antares, sofort!" Das tue ich auch schnell, genauso wie meine Schwester und auch mein Bruder, der mit der Sache ja eigentlich nichts zu tun hat. "Theodora, über Bens Söhne reden wir später. Elladora, fall deiner Schwester nicht so in den Rücken, verstehst du? Das ziemt sich nicht!"
"Es ziemt sich nicht?", frage ich empört. "Sie hat auch über mich hergezogen. Ich war immerhin ehrlich!" In meinen Augen war es richtig gewesen, so zu handeln, aber nach Jahren des Streitens war ich wohl etwas subjektiv.
Mein Vater scheint das jedenfalls nicht so zu sehen. "Das ist egal. Denkst du wirklich, deine Mutter und ich wüssten nicht, dass Theodoras Aussagen nicht der Wahrheit entsprachen? Trotzdem hatte diese Verleumdung ein wichtiges Thema angesprochen: Welchen Beruf willst du ausüben, wenn du erwachsen bist? Dein Bruder hat seine Lehre vor drei Jahren angefangen, da war er gerade mal ein Jahr älter als ihr beiden jetzt. Nächstes Jahr wird er bereits als vollwertiger Tischler arbeiten können und selbst Geld verdienen. Und was wirst du machen? Und sag nicht mehr Kundschafterin!"
"Aber auf Jagden werden Kundschafter immer wieder gebraucht! Und Onkel Jarren hat mir versprochen, ich dürfte mit ihnen gehen und so lernen!", protestiere ich zum hundertsten Male.
"Das ist kein anständiger Job, Ell! Nimm doch endlich Vernunft an! Und als Jägerin-"
Ich lasse ihn nicht weiter reden. Was erlaubt er sich, über mein Leben zu entscheiden? Er und Mutter hatten es mir geschenkt, also war es mein Leben allein, über das ich frei verfügen durfte! "Ich will aber durch die Wälder streifen, nach Fährten Ausschau halten und die Beute für die Jäger sichten, damit sie nicht mehr tagelang im Wald herumirren müssen, sondern nur einen. Dann könnten sie ihre Kräfte besser einsetzen und mehr Beute erjagen. Dadurch bekämen wir mehr Fleisch auf den Markt und wir müssten nicht immer nur Fisch essen. Nur dadurch, dass ich die Vorarbeit leiste! Und das ginge nicht nur für Jäger. Auch wenn jemand in den Perona-Forst flüchtet, könnte ich ihn suchen gehen. Ich bin ganz leise, wenn es sein muss und ich kenne den Wald sehr gut. Zudem ist der Wald keine so große Gefahr-"
Jetzt unterbricht mich mein Vater. Aber nicht mit Worten, sondern er hebt einfach nur still seine Hand. Er hat recht. Dieses Gespräch bringt nichts, wir haben es schon tausende Male geführt und dazu ist Vater so dickköpfig wie ich selbst. Er hatte mir zugehört, aber seine Argumente befand er selbst immer als die stärkeren. Du könntest doch auch Jägerin in einer Gruppe werden. Du könntest doch auch Fischerin wie ich werden. Du könntest doch auch in die Fußstapfen deiner Mutter treten. Das alles wollte sie aber nicht.
Aber mir fällt noch etwas ein, jetzt, wo Theo ihre Wahl ganz offen erklärt hatte und auch akzeptiert wurde: "Außerdem ist Musikerin und Tänzerin auch kein Beruf, mit dem man sich gut über Wasser hält. Die meisten haben entweder viel geerbt oder noch einen zweiten Job. Besonders in den ersten Jahren, wo man nicht so bekannt ist, müssen das die meisten." Das hatte ich von Azariel erfahren. "Die einzigen Begabungen, die ich an Dora beobachte, sind ihre Fertigkeiten bei Blasinstrumenten und dem ansehnlichen Tanzen."
Meine Mutter und meine Schwester schnappen nach Luft und die Augen der beiden Männer weiten sich entsetzt. Mein Vater bekommt einen gefährlichen Gesichtsausdruck und ich versteife mich schon, wäre es nicht das erste Mal, das er mich schlägt. Seine Hand lässt auch nicht lange warten, sondern trifft meine Wange hart. Immerhin falle ich nicht und habe mir auch nicht auf die Zunge gebissen, aber es brennt und ist auch sicherlich gerötet. "Du redest hier über deine Schwester!!", brüllt er und packt mich am Kragen meines Hemdes, aber meine Mutter schreit entsetzt seinen Namen und er fasst sich augenblicklich wieder und ergreift die Flucht aus dem Haus.
Es ist nicht selten, dass er sich nach einem Wutausbruch seinerseits schämt und sich selbst nicht in die Augen schauen kann. Auch dies betreffend bin ich ihm sehr ähnlich.
Ich weiß, dass er mich nicht wissentlich schlagen wollte, deswegen nehme ich es ihm auch nicht übel, und wenn ich so meine den Tränen nahe Schwester ansehe, bin ich vielleicht wirklich zu weit gegangen.
In der Küche ist es jetzt verdammt still geworden, meine Mutter ist zu Theo herum gekommen und hält sie jetzt im Arm, hat aber den Kopf abgewandt, mein Bruder ist still, aber ich tue jetzt nicht unterwürfig wie eine Maus, nein, ich bin keine Maus, ich werde mich nicht vor mir selbst verstecken. Also schaue ich ihn an. Nur von den Augen her unterscheiden wir uns. Und er ist vielleicht ein bisschen größer, aber wir beide sind eher klein, tragen unser dunkles Haar kurz und haben ausdruckslose Züge im Gesicht, auch wenn wir beide breit grinsen können, wenn wir nur wollen.
Ihm gefällt mein Blick heute aber nicht. Nein, er packt meinen Arm und wendet auch den Kopf ab, während er mich hinter sich die Kellertreppe herunterschleift.
Der steinerne Raum ist nur zum Teil zur Lebensmittellagerung gedacht, in erster Linie dient er meiner Schwester und mir als Zimmer. Getrennt sind unser beider Bereiche nur durch einen Vorhang, der leichter aufzuhängen und hübscher war als hölzerne Trennwände.
Erst in meinem "Zimmer" lässt er meinen Arm los und atmet tief durch. Seitdem ich denken kann spielt er schon Streitschlichter zwischen Theo und mir und ist meistens erwachsener als Vater es jemals schaffte. Und verantwortungsvoller als Mutter.
Bevor David spricht, reibt er sich mit beiden Händen die Schläfen, als müsse er Kopfschmerzen vertreiben. "Wie kannst du es eigentlich wagen?", fragt er langsam und bedacht mit einer Lücke zwischen jedem Wort, nur zum Ende hin wird er lauter und so kann man auch wenn man nicht darin geübt ist, seine Mimik zu deuten, hören, wie kurz auch er vor einem Wutausbruch ist.
Mir fallen keine Worte ein. Wie war das noch einmal mit der Maus? Ich horche in die Stille hinein und versuche sowohl das Schluchzen meiner Schwester als auch Daves wütend funkelnde Augen zu ignorieren. Vielleicht wäre eine Entschuldigung angebracht, aber ich bin nicht bereit, einzugestehen, dass ich im Unrecht war. Nein, das schon, aber nicht, ich alleine. Hätte Theo nicht angefangen, wäre all das nicht gesagt worden. Also bleibe ich still.
"Bei allen Höllen, Ell, wie kamst du auf die Idee, deiner Zwillingsschwester so etwas zu unterstellen?" Seine Stimme ist eisig und bringt mich dazu, mehr zusammenzuzucken, als bei Vaters Hand.
Mittlerweile lasse ich doch den Blick sinken. Vergiss doch deine dumme Maus... Trotzdem sage ich die Wahrheit, ist nicht meine Schuld, wenn sie ihm nicht gefällt. "Nun, sie kann gut singen, sie spielt Flöte und Harfe und kann so gut tanzen wie manche der Tänzerinnen in den Pups und die verkaufen ihre Spalte, um sich etwas dazu zu verdienen. Noch dazu hatten die Jungs am Hafen immer wieder Witze über Blasinstrumente und deren Doppeldeutigkeit gemacht. Die machen immer wieder obszöne Witze hinter ihrem Rücken, das habe ich gehört. Im Gegensatz zu mir ist sie ja ansehnlich. Und sie hat ja schon zwei Jungen binnen eines halben Jahres geküsst, ich habe noch nicht einmal mit einem gekuschelt. Da liegt es ja nicht so weit fern auch anzunehmen, dass sie mit so etwas keine Probleme hätte..."
"Genug!", unterbricht mich mein Bruder müde, aber mit einer Stimme, die keinen Widerspruch zulässt. "Solche Sachen will ich nie, nie, nie wieder hören, hast du mich verstanden? Du hast Theo verletzt, das weißt du hoffentlich. Und hoffentlich weißt du auch, dass das von dir nicht in Ordnung war. Also geh dich bei ihr entschuldigen. Welche Jungen sie küsst und welche nicht, ist ihr überlassen."
Ich glaube, ich höre wohl nicht recht. "Bist du jetzt etwa mein Vater?", frage ich ungläubig. "Sie hat als aller erstes angefangen, mich zu beleidigen. Ich will auch eine Entschuldigung, davor bekommt sie keine von mir."
"Warum, im Namen des Geflügelten, musst du nur so geizig sein?", fragt mein Bruder, diesmal aber ohne jeglichen Zorn in seiner Stimme, und lässt sich auf mein Strohbett fallen.
Das war zwar eine rhetorische Frage, aber ich antworte trotzdem: "Weil es immer nur Platz für eine von uns gibt. Theo oder ich. Selbst zwei unserer Spitznamen teilen wir uns: Dora und Dor. Dazu teilen wir uns den Keller, unser Essen, unsere Eltern, dich ... Eine ewig lange Liste. Ist doch wahr", falle ich ihm in die unausgesprochenen Worte des Protestes. "Unsere Eltern wollten zwei Kinder. Ein Junge und ein Mädchen, keins mehr. Und dann kam ich."
Eine Entschuldigung
Danach drehe ich mich auf den Absatz um, noch bevor mein Bruder etwas sagen kann. Wütend stapfe ich die Treppe hoch, vorbei an der leeren Küche - Mutter und Dor scheinen nach oben gegangen zu sein - und hinaus in die Stadt beschienen von der hellen Aprilsonne. Ich vergrabe meine zu Fäusten geballten Hände in den Hosentaschen und laufe die Straßen des Brückenviertels hinauf. Irgendwann komme ich auf die Hauptstraße, was ich daran erkenne, dass das Kopfsteinpflaster von Ziegeln abgelöst wird. Auch diese Straße stapfte ich stur hinauf, überquere die ein oder andere Brücke und lande irgendwann im ältesten Viertel Peronas. Das Nobelviertel.
Azariel werde ich um diese Uhrzeit sicherlich zuhause antreffen, hoffe ich. Ich schaue immer noch nicht auf und lasse meine Füße den Weg gehen, den sie so häufig schon gelaufen sind. Vor der weißen Villa, die so prunkvoll ist wie jede andere in dieser Nebenstraße - soll heißen, sie ist hübsch und nicht billig, hat aber kaum einen Bruchteil von dem gekostet, was man für eine an der Hauptstraße verlangt -, bleibe ich stehen und klopfe.
Während ich warte, dass Azariel, der sich immer noch weigert, sich Diener anzuschaffen, öffnet, schaue ich mir die Maserung der weiß gestrichenen Haustür zum sicherlich hundertsten Mal meines Lebens an.
Heute muss ich nur gefühlt fünf Stunden warten, bis der, die 2000 schon überschritten habende, Hochelf mir öffnet. Mit meinem Vater hinter sich.
Habe ich schon erwähnt, wie sehr ich nach meinem Vater komme?
"Oh", bringe ich heraus.
"Oh", echot mein Vater.
Azariel verdreht die Augen. "Komm rein, Ell." Er tritt zur Seite, sodass ich hereintreten kann, dabei bleibt mein Blick auf dem Boden, während ich den Blick meines Vaters aber klar spüre. Ich muss mir nicht erst die Schuhe abstreifen, denn ich habe gar nicht erst welche angezogen, und laufe geradeaus ins Wohnzimmer, wo ich mich auf dem Sofa zusammenrolle.
Ich höre die Schritte als mir die beiden folgen. Einer von beiden nimmt neben mir auf dem Sofa Platz, das merke ich, da sich das Kissen eindrückt. Sicherlich Azariel, denn er streicht mir mit langen dünnen Fingern durch die kurzen Haare. "Julian hat mir erzählt, was passiert ist. Ist nachdem er gegangen ist, noch etwas vorgefallen?"
Ich bin nicht in der Stimmung, ihm zu antworten, aber er fragt erneut und ich weiß, dass er nicht locker lassen wird. "David hat mit mir gesprochen und Theo weint."
Vielleicht nickt der Hochelf, aber ich habe die Augen geschlossen also sehe ich nichts, jedenfalls erwidert er nichts, sondern steht auf.
Die beiden verlassen das Zimmer und lassen mich alleine.
So verbringe ich die nächste Zeit. Vielleicht sind es nur einige Minuten, eine halbe Stunde, aber es fühlt sich länger an.
Während ich warte, habe ich wahrlich genug Zeit, um mir selbst Vorwürfe zu machen.
Irgendwann habe ich wieder genug Kraft, mich aufzusetzen, und reibe mir die Augen. Habe ich geweint? Ich bin mir nicht sicher, wenn, dann sind die Tränen schon wieder getrocknet.
Mein Vater ist nicht im Raum, aber Azariel sitzt in einem Sessel und liest eins seiner riesigen Bücher, die ich nie im Leben auch nur anfassen würde.
"Wo ist Vater?", frage ich müde.
Mein Onkel schaut auf. "Er ist nach Hause gegangen. Er wollte nach deiner Mutter schauen."
"Und nach meiner Schwester, wie?", versuche ich zu scherzen, aber es verletzt mich, dass er zu ihr geht und nicht bei mir wartet.
"Julian weiß ja, dass ich gut für dich sorge. Willst du etwas zu essen?" Er klappt das Buch zu und auf dem Einband lese ich etwas von den Wundern Dominiccas.
"Ich habe keinen Appetit", lehne ich ab.
Er nickt. "Es war das übliche, das dich aufgeregt hat, nicht? Dein Berufswunsch?"
Deswegen liebe ich Azariel. Er hält sich nicht mit unsinnigen Fragen auf, sondern ist schlau genug, sich die Antworten selbst zu denken.
"Vater hat wieder diskutiert und dabei haben sie Theos Wunsch akzeptiert! Und-"
"Ja, Musiker sind nicht die Höchstverdiener, da stimme ich dir zu."
"Immerhin einer", gebe ich sarkastisch zurück.
Er lächelt mich schwach an. "Ell, du verstehst aber, dass deine Eltern nicht wollen, dass du dich ständig im Wald herum schlägst, oder?"
Ich verziehe das Gesicht. "Es ist nicht der Dreiebenenwald, sondern der Perona-Forst", halte ich dagegen.
"Ich weiß. Als ich jünger war, bin ich mit einer Gruppe Abenteurer in den Dreiebenenwald gezogen, wir kamen zwar soweit unverletzt heraus, hatten uns aber ständig verirrt, da wir kaum die Sonne sehen konnten, so dicht wie die Bäume standen. Im Vergleich dazu ist der Forst eine Wiese mit Bäumen."
Ich kenne die Geschichte, früher hatte ich sie gerne zum Zeitvertreib gehört. "Warum sagst du ihnen dann nicht, dass es ein sinnvoller Beruf ist?"
"Das ist die Entscheidung deiner Eltern, nicht meine."
"Das stimmt nicht. Es ist meine Entscheidung. Sie haben mir ein Leben geschenkt und geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen. Also kann ich auch tun, was ich will."
Er lacht. "Du erinnerst mich an deine Urgroßmutter. Genau das hatte auch gesagt."
"Wollte sie nicht Priesterin der Schwanenchronik werden? Das ist doch etwas ganz anderes."
Das Lächeln liegt immer noch auf seinem Gesicht. "Aber ihre Eltern glaubten an die Würfeleule."
"Man kann doch glauben, woran man will." In Perona ist so ziemlich jede Religion vertreten und so akzeptiere ich jeden Glauben, selbst wenn ich selbst nicht gläubig bin.
"Das stimmt, aber ihre Eltern hatten sich gewünscht, dass sie ihrem Glauben folgt. So wie sich deine Eltern wünschen, dass du etwas tust, das auch ihnen gefällt." Er wird ruhig und denkt nach, deswegen unterbreche ich ihn nicht. "Aber es ist deine Sache, was du tust, solange es dir Spaß macht. Du darfst aber nicht das selbe tun wie deine Eltern, wenn du das verabscheust. Und wenn du dich in die Berufswahl deiner Schwester einmischst, tust du genau das, was du hasst."
Ich ziehe meine Nase hoch, natürlich hat er recht. Hat er immer. "Ich soll mich bei ihr entschuldigen, oder?"
Er schaut mich nur still an.
"Okay, ja, ich tu's", sage ich und springe auf. Ich habe keine Ahnung, woher ich die Energie habe, nachdem ich gerade eben noch traurig auf dem Sofa lag. "Was hat überhaupt mein Vater gesagt?"
"Dass er es bereut, dass er dich erneut geschlagen hat."
"Meine Wange tut gar nicht mehr weh, außerdem schlagen mehrere Eltern ihre Kinder. Das ist normal."
Seine hellblauen Augen schauen mich mit hochgezogenen Brauen an. "Vielleicht ist es häufiger vertreten, aber Kinder lernen besser, wenn man mit ihnen redet, und nicht, wenn man sie mit dem Kochlöffel verprügelt." Auch er steht auf, um mich zur Tür zu führen. "Aber das ist wohl nur die Meinung eines alten Hochelfen."
"So alt bist du nicht", protestiere ich. "Das sind doch nur 41 oder 42 Jahre."
"Du meinst 2250 bis 2429 Jahre", grinst er und hält mir die Tür auf. "Wir sehen uns heute Nachmittag zu deinem Magieunterricht, Liebes, und habe bis dahin noch einen schönen Geburtstag."
"Ich versuch's."
Schnell laufe ich nach Hause zurück und summe dabei furchtbar schief ein estrianisches Lied, das meine Mutter uns hin und wieder vorgesungen hatte.
Zuhause angekommen ist in der Küche nur mein Bruder, der sich gerade fertig macht zu seiner Arbeit. Ich verabschiede mich von ihm mit einen Kuss auf die Wange und gehe dann in das Stockwerk eins höher, in dem unser Bad und auch das Schlafzimmer meiner Eltern sind. Mein Bruder hat sein Zimmer auf dem Dachboden.
Ich stoße vorsichtig die angelehnte Schlafzimmertür auf und finde auf der Matratze tatsächlich meine Schwester und meine Mutter, die, wohl um sich zu beruhigen und abzulenken, etwas sticken.
Mutter sieht mit leicht geröteten Augen noch älter aus, als sie eigentlich ist, und Theo wirkt wie ihre jüngere Version, nur mit braunen statt blauen Augen, denn die Haare tragen sie auf die gleiche Weise zu einem Zopf geflochten über die Schulter und die Farbe ist auch das gleiche dunkelbraun. Mein Haar habe ich so wie mein Bruder eher von unserem Vater, ist es doch fast schwarz.
Die beiden schauen zu mir auf und die Augen meiner großen Schwester sind schlimm gerötet. So würden sie die Jungen sicher nicht küssen wollen.
Langsam schleiche ich ins Zimmer und schaue auf meine in Socken steckenden Füße. Wieso müssen Entschuldigungen immer so unangenehm sein?
"Äh ... Also, ... ich", druckse ich etwas herum und schaue dann auf. Meine Schwester starrt mich feindselig an. "Was ist, Ella, hat es dir die Sprache verschlagen? Sonst sprichst du doch auch immer alles ohne Probleme aus."
Aber meine Mutter bringt sie mit einer Hand auf der Schulter zum Schweigen. "Ja, Kleines? Hast du etwas zu sagen?" Ihre Stimme zittert leicht.
"Ich ..." Wie wollte ich das überhaupt sagen. "Mir tut es leid, dass ich dich verletzt habe, Theo", fange ich an und jetzt ist es leichter, denn ich weiß, dass es die Wahrheit ist, was ich sage. "Ich hatte dich wirklich verletzen wollen, denn dass Mutter und Vater deinen Berufswunsch akzeptieren, aber meinen nicht, finde ich ungerecht und mich verletzt es, dass du ständig auf mir herum hackst. Ich weiß doch, dass ich das blöde Extra bin, dass du mit auf die Welt gezogen hast, aber ich habe jetzt auch ein Leben, also will ich auch leben dürfen, wie ich will. Also, es tut mir leid, dass ich dir solche Sachen unterstellt habe, ich hatte aber meine eigenen, eigennützigen Gründe." Ich fühle, wie ich knallrot zum Ende hin werde, da mich meine Mutter und meine Schwester verblüfft anschauen.
Ich drehe wieder auf dem Absatz um und aus dem Haus zum Hafen, wo ich hin und wieder meinem Vater unter die Arme greife, denn das ist meine Art, den Kopf frei zu bekommen. Nicht sticken oder singen und Flöte spielen.
Diesen Tag und die folgenden schaffte ich es gut, meinen Eltern und ihrem Gesprächswunsch aus dem Weg zu gehen. Meine Schwester war unerwartet versöhnlich, aber bereits zwei Tage später stritten wir uns wieder, diesmal welche Art des Schwimmens besser wäre: Brust oder Kraulen?
David und ich hatten ohne Worte die Abmachung getroffen, nie wieder über das Geschehene zu reden und Azariel unterrichtete mich wie üblich einmal in der Woche in Arkanmagie, wobei ich tatsächlich langsam aber sicher Fortschritte erzielte.
Und dann kam das Frühjahr im Jahre 5697 nach Jarlaths Einigung...
Neujahr
Ich bin gerade dabei, die Tochter einer befreundeten Schneiderin meiner Mutter zu beobachten, mit hübschem langen roten Haar und Haut wie Elfenbein, als mein Bruder, der ebenfalls von Vater eingespannt worden ist, bei den Vorbereitungen für das Feuerwerk zu helfen, mich anstößt. "Behalte deine Augen in den Höhlen! Ich brauche dich hier beim anpacken, nicht beim schwärmen."
"Ich habe nicht gestarrt...", widerspreche ich halbherzig und packe trotzdem an.
Zwei Stunden später sind die ganzen Bänke auf dem von Marktständen geräumten Platz aufgebaut und in der Mitte steht jetzt eine Tribüne, wo Theos Band, die eigentlich nicht Theos Band, sondern die einer anderen Musikerin ist, aber Theo singt für sie, also Theos Band, heute Abend auftreten wird.
"Wunderbar geworden, danke, für eure tatkräftige Unterstützung", muss Mutter Dave und mich mal in der Öffentlich blamieren, indem sie uns in mütterlicher Manier knuddelt.
"Ja, danke, Mutter", bedanke ich mich eher distanziert und suche nachdem ich mich von ihr befreit habe, den Platz nach der schönen Isabella ab, finde sie aber nicht, dafür der ältere von Bens Söhnen mich.
"Hey, Ells", begrüßt er mich und ich drehe mich auf dem Absatz um, so tuend als habe ich ihn nicht gehört.
"Ach, jetzt warte doch mal!", beklagt er sich und rennt mir hinterher. "Ich habe doch nur eine Frage."
Genervt bleibe ich stehen und verschränke zu dem zwei Köpfe größeren Mann hoch blickend die Arme, darauf wartend, dass er fortfährt.
"Weißt du, ob deine Schwester schon eine Begleitung für-"
"Sie tanzt mit dem Jungen Alec. Dem Violinisten aus der Musikgruppe", unterbreche ich ihn. Der steht wirklich immer noch auf die... Meine Schwester hat wirklich eine seltsame Ausstrahlung auf Männer, erst vor ein paar Stunden hat mich eben das Bens anderer Sohn ebenfalls gefragt.
"Oh, okay." Er wirkt etwas niedergeschlagen, fragt dann aber sofort: "Und du? Also, würdest du mit mir tanzen wollen?"
Ich schaue den zwei Jahre älteren perplex an. Sein drei Jahre jüngerer Bruder hatte das nicht getan. "Nein. Ich suche mein Date derzeit noch." Ich habe ja die Hoffnung, dass Isabella noch frei ist... "Frag doch David, der hat sicherlich noch keine Verabredung." Damit gehe ich dann auch.
Isabella finde ich tatsächlich noch und sie anzusprechen fällt mir nicht so schwer, wie ich befürchtet habe. "Hi, Isabella... Wie geht's?"
Sie streicht sich eine widerspenstige rote Strähne hinter ein Ohr. "Oh, hi, Elladora. Ich habe glücklicherweise keine weiteren Aufgaben, also dementsprechend gut. Musst du noch etwas für deinen Vater machen?"
Ich schüttel den Kopf und versuche, mich nicht in den smaragdgrünen Augen zu verlieren. "Äh, nein, nein. Ich bin jetzt frei. Und, also, ich hätte da eine Frage an dich."
"Ja?" Sie lächelt freundlich und das lenkt mich etwas ab. "Dora?"
"Ähm... Ich wollte fragen... Hast du Lust, später mit mir zu tanzen?"
Sie schaut mich verwundert an. "Tanzen?"
"Hm", nicke ich gefühlt zu Stein erstarrt.
"Mit mir?"
"Ja?" Sie wird nein sagen, sicherlich wird sie nein sagen...
"Ähm, wenn du kein Problem damit hast, wenn ich dir auf die Füße trete..."
"Ach so", sage ich schon, mit einer Abfuhr gerechnet habend. "Äh was? Nein, nein, natürlich habe ich damit kein Problem. Ich meine, ich kann auch nicht so gut tanzen. Bin ja nicht meine Schwester", lache ich.
"Ja, das weiß ich." Diese Worte waren meist nicht sehr freundlich gemeint, aber jetzt war es anders und mein Herz tut einen Hüpfer.
"Dann bis später?", frage ich und sie nickt lächelnd.
Elektrisiert renne ich in das nordwestlich liegende Viertel, um an Azariels Tür zu hämmern.
Nach gefühlt zu langer Zeit öffnet er. "Was kann ich denn für dich tun, Ell? Denk hoffentlich nicht, ich erfinde eine Ausrede für dich vor deinen Eltern-"
"Sie hat ja gesagt!", werfe ich ihm froh entgegen. "Isabella wird mit mir tanzen!" Ich stürme an ihm vorbei ins Haus. "Ist das nicht fabelhaft?" Aufgeregt drehe ich mich mehrmals um die eigene Achse, bis mein Mentor mich anhält. "Meinen Glückwunsch. Nach dem ganzen Üben mit deiner Schwester solltest du ihr wohl auch nicht die Füße zerquetschen."
"Ach, sie ist auch nicht die Beste im Tanzen", meine ich. "Jetzt dauert es nur noch ein paar Stunden und dann stehen die Sterne am Himmel und Theo wird spielen und dann tanzen wir alle und dann das Feuerwerk...", schwärme ich und fühle mich mal tatsächlich wie ein richtiges Mädchen. "Denkst du, ich kann sie dann zum Feuerwerk auch einmal küssen? Oder wäre das zu früh?" Ich überlege kurz, warte eigentlich nicht auf eine Antwort von meinem Onkel. "Ne, ich denke, das wäre zu früh."
"Betest du sie jetzt nicht schon seit einem Jahr an?", fragt er mit seinem so typischen Lächeln. "Ich denke, du kannst es zumindest versuchen. Nur die bescheidene Meinung eines zwei Dutzend Jahrhunderte alten Hochelfen."
Den Rest der Zeit plaudern wir noch etwas und die Sonne nährt sich so langsam dem Horizont, weshalb ich mich verabschiede, auf dass wir uns auf dem Fest wiedersehen. Meine blutsverwandte Familie wollte sich nämlich noch einmal vor dem Fest im Haus treffen und unsere eigene Tradition leben: Sich in einem Kreis niederlassen und für das neue Jahr beten.
Ich stoße zuhause angekommen die Haustür auf, aber dann steigt mir ein Geruch in die Nase, den ich schon mehrere Male wenn ich mit Jarren und den Jägern unterwegs war, gerochen habe. Blut.
Mein Verstand ist halb betäubt, als ich vorwärts taumel. Ein Schritt nach dem anderen. Ich höre nichts, aber das könnte auch daran liegen, dass meine Ohren klingeln wie verrückt.
Meinen Bruder finde ich auf dem Bauch liegend als ersten. Sein etwas länger gewordenes Haar ist um seinen Kopf herum ausgebreitet und ich sehe eines seiner Augen, die stumpf das Licht reflektieren, das noch durch die Fenster hineinfällt. Ihn so zu sehen... So sieht er fast nicht aus wie mein Bruder, den ich erst vor ein paar Stunden das letzte Mal gedrückt habe.
Mein Vater liegt halb auf der Treppe, auf seinem Hemd, das sich immer über seinen breiten Brustkorb spannte, sind große, dunkle Flecken. Auch seine Augen blicken stumpf ins nichts.
Mittlerweile tränen meine Augen, aber ich schluchze nicht. Es kommt mir vor wie ein Traum. Das kann doch alles nicht wahr sein!
Ich gehe an meinem Vater vorbei die Treppe hoch. Das Licht scheint durch das Fenster im Schlafzimmer und auf dem Holzfußboden liegt meine Mutter. Aber wo ist Theo?
Von Panik getrieben klettere ich auf den Dachboden und danach hinunter in den Keller, rufe dabei immer wieder ihren Namen, aber nirgendwo sehe ich sie.
Inzwischen sehe ich gar nichts mehr, denn alles verschwimmt in dem Meer aus Tränen, ich versuche aus unserem Haus zu rennen, übersehe dabei David und falle über ihn. Von der Berührung schreie ich auf, denke doch, dass mich etwas festzuhalten versucht, aber da ist nichts.
Zitternd stemme ich mich hoch und laufe die Straße hinunter, immer wieder nach meiner Schwester rufend.
Was dann passiert, kann ich nicht genau sagen.
Leute, Nachbarn, rennen auf mich zu und fragen, was passiert sei. Manche sehen Blut an meinen Hosenbeinen, wo ich Davids Körper berührt habe. Aber ich schaffe nichts zu sagen, ich breche einfach zusammen.
Extra
Aufwachen tue ich erst später. Drei Tage später, sagt mir Azariel, der fast die ganze Zeit neben meinem Bett saß. Er sagt mir auch, dass sie Theodora im Fluss gefunden haben, aber erst ein paar Stunden nachdem ich ohnmächtig geworden bin. Sie soll nicht so schnell getötet worden sein, sondern man habe ihr davor noch schreckliches angetan, entlocke ich Azariel, der mir eigentlich gar nichts verraten wollte.
Die nächsten Tage spüre ich alles nur durch einen Schleier. Isabella kommt einmal mich besuchen, aber ich bin schlecht gelaunt und schreie sie an und so läuft sie weg.
Meine Familie wollte keinen letzten Marsch, erklärt man mir, aber ich wäre auch gar nicht in der Stimmung dazu. Meine Eltern, mein Bruder und meine Schwester werden im Kreis weniger Freunde und mir auf dem riesigen Friedhof in Tielkan bestattet. Neben den Eltern meines Vaters und deren Eltern und so weiter.
Darüber wurden Steinplatten gebettet, auf jeder standen Name und Geburts- und Todestag. Theodora Antares, David Antares, Dorothy Antares, Julian Antares, meine Großeltern väterlicherseits lagen neben Vaters Grab - Karla Antares und David Antares -, daneben Davids Bruder Samuel Antares, der als Kind verstarb, und deren Eltern Sela Antares und der angeheiratete Benjamin Antares ... Die Gräber reichen bis zu meinen Alteltern Antares und seiner Frau Siri Joyce...
Selbst Azariel, der schon seitdem er zwei Jahrhunderte alt ist unsere Familie begleitet, hatte nicht diese beiden Antares' kennengelernt. Aber außer mir gibt es jetzt niemanden mehr, der so heißt, und so wird die Familie vielleicht auch mit mir aussterben.
Als ich das Azariel sage, schaut er mich seltsam an. "Das muss sie nicht. Auch adoptierte Kinder können eine Familie weiterführen."
"Das ist nicht das gleiche", halte ich dagegen und kaue auf meiner Unterlippe. Mittlerweile ist mein 17.Namenstag gekommen und gegangen. "Aber es müssten nicht zwangsläufig eheliche Kinder sein, richtig? Wenn ich einen Jungen bekommen würde, würde ich ihn Theo nennen, das fände sie sicherlich furchtbar", lache ich, allerdings ohne große Freude.
Azariel bleibt still, aber ich weiß, dass er etwas sagen will. Aber diesmal weiß ich auch was und sage es vor ihm: "Nein, ich will nicht hier bleiben und Kundschafterin werden. Ich weiß, dass Jarren das toll fände und ich hier auch wohnen bleiben könnte. Wenn nicht bei dir, dann bei Ben oder eben Jarren, aber nach allem..." Ich denke an Isabella, aber empfinde nichts. Vielleicht bin ich noch vom Schock betäubt, vielleicht hat das Trauma meine Gefühle ausgelöscht. Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass ich ihr nicht mehr in die Augen sehen kann, nachdem ich ihr gesagt habe, sie solle sich zum Teufel scheren.
"Von dem hinterlassenen Geld würde ich mir eine Rüstung und eine Waffe kaufen, vielleicht auch einen Schild. Wenn ich genügend Geld für einen Speer zusammen bekomme, wäre es am besten. Damit kann ich ja auch ganz vernünftig fischen", spinne ich die Gedanken mal weiter.
Azariel nickt knapp. "Ich bezweifle nicht, dass du nicht überleben wirst, aber wenn du trotzdem mal in Schwierigkeiten steckst, weißt du ja, wo du mich findest." Er verstummt, spricht dann aber ein paar Minuten später weiter, als wäre keine Zeit verstrichen. "Du weißt, dass du nicht für Theodora leben musst, oder? Du bist nicht deine Schwester, das hast du selbst schon häufig genug gesagt. Jetzt musst du sie auch nicht werden."
"Machst du Witze?", frage ich im Spaß, auch wenn ich mich nicht so fühle. "Dann müsste ich mir ja die Haare wachsen lassen!" Aber wie kann ich es verantworten zu leben, während sie gestorben ist. Ich war doch nur das Extra...
Re: Showdown im Schatten des Vulkans [13.02. - 27.02.2026]
von Cerwen am 10.03.2026 18:48Informationen:
Teil: 3
Datum des Events: 27.02.2026
Anwesende Teilnehmer: Adrianna, Boleslav, Lyssvolet, Reika [NPC], Svala
Abwesende Teilnehmer: Cassia, Lalayth
Teilnehmer auf Ersatzbank:
Eventleiter: Max [Cerwen]
Dauer des Events: 3h 50min
Besuchte Orte im Event: Treffpunkt im Dschungel
Plot:
Im dritten Teil verlagert sich das Geschehen vom offenen Ausbruch der Gewalt hin zu einem ungleich stilleren, aber kaum weniger bedrohlichen Ringen um Kontrolle, Deutung und Nachwirkung. Das faulige Wesen, das aus Sukuinushis gescheitertem Gespräch hervorgegangen ist, setzt sich langsam in Bewegung und drängt zäh auf das Becken zu, als würde es von der alten Macht des Ortes selbst angezogen. Reikas Bannzeichen halten es dabei gerade noch in engen Bahnen, schneiden und fixieren den Nebel, während sich bereits zeigt, dass das Wasser keineswegs unberührt bleibt. Wo die Fäulnis es berührt, verfärbt es sich, zischt kalt und bitter, und damit wird aus der Hoffnung auf einfache Reinigung rasch eine neue Unsicherheit. Svala erkennt im flüchtigen Gesicht unter dem Nebel keine bloße Fratze des Hasses, sondern etwas Müdiges, Vorwurfsvolles, beinahe Leidendes. Gerade diese Beobachtung wird wichtig, weil sie die Gruppe daran erinnert, dass unter der verderbten Hülle womöglich noch immer etwas oder jemand anderes gebunden ist, das nicht einfach vernichtet, sondern befreit werden müsste.
Doch genau an diesem Punkt prallen die Deutungen endgültig aufeinander. Während Lyss, Adrianna, Boleslav und Svala weiter daran festhalten wollen, das Wesen in das Zentrum des Beckens zu bringen und dort die alte Siegelstruktur zu reaktivieren, warnt Reika mit wachsender Schärfe vor einem ganz anderen Ergebnis. In ihrer Sicht ist das Becken kein reinigender Ort, sondern ein Transformationsraum, der Kuroshibami no Mikage – einen uralten Seuchen- und Ausgleichsgeist – nicht vernichten, sondern in einen neuen, womöglich noch gefährlicheren Zustand erheben könnte. Ihre Erklärung macht die Tragweite erst wirklich sichtbar: Der Prophet habe das Siegel gebrochen, um mit dieser Macht nicht nur die Kaiserin, sondern auf lange Sicht ganz Niparan zu verdammen. Damit erhält der Konflikt eine andere Dimension. Es geht nun nicht mehr nur um verletzten Stolz, politische Ordnung oder religiöse Vorherrschaft, sondern um die Möglichkeit einer vollständigen Verwüstung des Landes.
Trotz dieser Warnung hält die Gruppe an ihrem Plan fest, wenn auch eher aus Mangel an Alternativen als aus echter Gewissheit. Boleslav misstraut der kaiserlichen Sichtweise, Adrianna und Lyss wollen das Gleichgewicht wenigstens noch versuchen, und Svala klammert sich an die Vorstellung, dass das Siegel dieses Wesen schon einmal gehalten habe und daher vielleicht erneut halten könne. Reika aber verweigert jede Kooperation in diesem Ansatz. Sie definiert sich selbst offen als Werkzeug der Kaiserin, nicht als eigenständige Denkerin, und macht klar, dass sie nicht an Hoffnung, Versöhnung oder einen gemeinsamen Weg glaubt. Als sie schließlich handelt, tut sie es mit brutaler Konsequenz: Ihre schwarzen Zeichen fahren wie ein zermahlender Käfig in den Nebel, nageln die Fäulnis an die unsichtbaren Linien des Brunnens und zerreißen die gesamte Struktur Schicht um Schicht. Was die Yokuza hatten reinigen oder bannen wollen, wird von ihr nicht geheilt, sondern zerschnitten, pulverisiert und in das Wasser gedrückt. Der Nebel kollabiert, zerfällt zu schwarzem Staub und geht im Becken auf.
Diese Vernichtung löst das Problem jedoch nur halb. Zwar verschwindet mit dem Zerfall des Wesens auch das Feuermal von den Körpern der Yokuza, doch der Altersfluch bleibt zunächst bestehen. Erst als Svala tastend ihre Hand in das Wasser taucht, zeigt sich, dass das Becken immer noch wirkt – nur anders als zuvor gedacht. Es antwortet nicht zerstörerisch, sondern prüfend, beinahe wählerisch. An der Stelle, die das Wasser berührt, kehrt ihre Haut sichtbar in einen jüngeren Zustand zurück. Das Wesen ist also nicht wirklich ausgelöscht, sondern in eine andere Form überführt und in das Siegel eingebunden worden. Adrianna bestätigt diesen Eindruck magisch: Die Essenz der Fäulnis ist noch da, aber transformiert, eingefasst und in ein neues, instabiles Gleichgewicht gezwungen. Genau daraus ergibt sich die nächste Aufgabe. Das Becken muss stabilisiert werden, sonst bleibt auch seine heilende Wirkung unsicher oder gefährlich.
Während die Kaiserin sich kühl zufrieden zeigt, den Erfolg ihrer Hohepriesterin für sich beansprucht und sich mit kaum verhohlener Arroganz verabschiedet, bleiben die Yokuza mit den eigentlichen Folgen zurück. Reika gibt immerhin offen zu, dass etwas im Wasser verbleibt, das dort nun gebunden ist. Die Kaiserin zieht ab, zufrieden mit der Beseitigung der unmittelbaren Bedrohung, ohne sich weiter um die Verwundeten oder die Konsequenzen zu kümmern. Die Yokuza dagegen müssen selbst sehen, wie sie ihre Gefährten wiederherstellen. Adrianna stabilisiert daraufhin mit ihrer Magie vorsichtig die Rillen und Linien des Beckens, wodurch sich dessen Schwingung beruhigt. Svala wagt daraufhin ein vollständiges Eintauchen und wird tatsächlich deutlich verjüngt. Kurz darauf folgt auch Boleslav, der ebenfalls seine verlorenen Jahre weitgehend zurückerlangt. Was zunächst wie ein Sieg wirkt, trägt jedoch schon den Keim des nächsten Problems in sich.
Denn der Eingriff bleibt nicht ohne Preis. Svala trägt nach dem Bad feine silbrige Linien unter der Haut, wie Spuren einer tieferen Berührung durch die Macht des Beckens. Noch deutlicher trifft es Adrianna. Als sie das Siegel erneut mit ihrer Magie stützt, spürt sie plötzlich ein fremdes Muster auf ihrer Hand und eine irritierende Verschiebung in ihrer Wahrnehmung, als sei Ordnung und Bewegung in ihrem eigenen Körper kurz gegeneinander verrutscht. Ihre Finger gehorchen nicht mehr richtig, und in einer Vision oder Warnung meint sie das Urvolk zu sehen, verbunden mit einer klaren Botschaft: Wer Ordnung erzwingt, wird Unordnung tragen. Damit schließt der dritte Teil mit einer bitteren, aber sehr passenden Wendung. Die akute Gefahr scheint gebannt, die Verjüngung gelingt, und die Kaiserlichen sind fort – doch das Gleichgewicht wurde nur unter Mühen stabilisiert, nicht wirklich geheilt. Statt eines sauberen Abschlusses bleibt eine neue Schuld offen, diesmal gegenüber den Kmanthiken und der uralten Ordnung des Ortes, in die die Gruppe tiefer eingegriffen hat, als ihr zunächst bewusst war.
Re: Showdown im Schatten des Vulkans [13.02. - 27.02.2026]
von Cerwen am 10.03.2026 18:46Informationen:
Teil: 2
Datum des Events: 20.02.2026
Anwesende Teilnehmer: Adrianna, Boleslav, Cassia, Lalajth, Lyssvolet, Reika [NPC], Svala
Abwesende Teilnehmer: /
Teilnehmer auf Ersatzbank:
Eventleiter: Max [Cerwen]
Dauer des Events: 3h 50min
Besuchte Orte im Event: Treffpunkt im Dschungel
Plot:
Am nächsten Tag liegt über der Mooskrone eine eigentümliche Spannung, als sei die Luft selbst elektrisch geladen. Die Yokuza haben die Nacht genutzt, um den Ort so gut wie möglich zu sichern, fremde magische Einflüsse zu tilgen und das Gelände in neutrale Zonen zu gliedern. Sichtachsen werden freigelegt, Posten im Wald verteilt und letzte Absprachen getroffen. Dennoch bleibt ein Gefühl von Unruhe zurück, denn die Niparaner wirken undurchsichtig, und besonders das verschwundene Schwarzpulver beschäftigt mehrere der Anwesenden. Die Ahnung, dass etwas nicht stimmt, verdichtet sich noch, als frische Trampelpfade entdeckt werden, die auf Späher oder vorbereitete Maßnahmen hindeuten. Doch bevor diese Spuren noch ernsthaft verfolgt werden können, kündigen dumpfe Trommeln bereits das Eintreffen der Kaiserin an.
Irie erscheint mit einer eindrucksvollen, fast liturgischen Prozession: Samurai, Oni, Hofstaat und die Hohepriesterin Mikazuki Reika begleiten sie in strenger Ordnung. Schon ihr Auftreten macht deutlich, dass sie nicht gekommen ist, um sich bescheiden auf Verhandlungen einzulassen. Zwar hält sie formal die Bedingungen ein und legt ihre Waffe ab, doch der Ton, den sie anschlägt, ist von Beginn an ein herrischer. Ihr „Angebot" an Sukuinushi ist in Wahrheit kaum mehr als ein Ultimatum: Unterwerfung unter Niparan und die neue Ordnung der Drachen oder Vernichtung. Damit ist bereits zu Beginn spürbar, dass dieses Gespräch auf keinem echten Willen zum Ausgleich gründet. Reika verschärft diese Atmosphäre noch, indem sie jede neutrale Einmischung der Yokuza mit kühler Arroganz quittiert und deutlich macht, dass sie die Vermittler selbst als Teil des Problems betrachtet.
Kurz darauf erscheint auch die Gegenseite. Sukuinushi tritt nicht allein auf, sondern in Begleitung zahlloser Tiere, die ihn wie ein lebendiger Zug aus dem Dschungel heraus begleiten. Doch der Mann, der barfuß und schlicht gekleidet zum Brunnen schreitet, wirkt bereits nicht mehr ganz wie ein gewöhnlicher sterblicher Träger eines göttlichen Willens. Luft und Licht flimmern um ihn, und in seiner Erscheinung liegt etwas Überlagertes, als würde ein zweiter, größerer Körper über ihm stehen. Auch er begegnet der Kaiserin nicht mit Demut, sondern mit schneidender Ablehnung. Er fordert kein bloßes Mitspracherecht, sondern eigenes Land innerhalb Niparans, autonom regiert und gelenkt von einer ominösen „Sie". Diese Andeutung wirkt wie ein Bruch im Gespräch, denn weder die Kaiserin noch die Yokuza verstehen zunächst, auf welche Macht er sich beruft. Schnell wird jedoch klar, dass hier mehr im Spiel ist als der alte Konflikt zwischen Kaiserin und Kami.
Das Gespräch kippt endgültig, als sich um Sukuinushi herum die Erde zu verändern beginnt. Pflanzen welken, Gras stirbt, der Boden reißt auf und eine unnatürliche Fäulnis breitet sich aus. Ein Tier nach dem anderen entkommt panisch, manche werden nicht schnell genug und zerfallen buchstäblich zu Staub. Die Yokuza, die sich noch auf der falschen Seite befinden, müssen sich hastig zurückziehen. Zwar gelingt es, Adrianna rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, doch Cassia, Svala und vor allem Boleslav werden von der Macht des Fluchs erfasst und um Jahre gealtert. Was eben noch eine diplomatische Begegnung sein sollte, wird damit zu einem offenen Bruch der Abmachung. Besonders bitter ist, dass die neutrale Partei selbst getroffen wird, obwohl sie das Treffen überhaupt erst ermöglicht hat. In diesem Moment zerfällt die Illusion von Neutralität beinahe vollständig.
Reika deutet die Entwicklung sofort als Beweis für die Verderbtheit der Kami und drängt die Kaiserin zum Handeln. Irie zögert nicht lange. Mit einer ritualisierten Formel löst sie aus der Ferne verborgenes heiliges Pulver aus, das in einer Kette gewaltiger Explosionen die Wälder auf der Seite der Kami zerreißt. Die Detonationen halten die Fäulnis teilweise auf, verwüsten jedoch zugleich große Teile der Landschaft und entlarven endgültig, dass Niparan sehr wohl einen militärischen Plan vorbereitet hatte. Aus dem Ort des Gesprächs wird ein Schlachtfeld, aus dem heiligen Plateau eine verbrannte Wunde im Land. Das Wesen, das Sukuinushi nun überformt, steht danach isoliert im Zentrum, als hätte sich etwas Fremdes, Altes und Falsches endgültig aus ihm herausgeschoben.
Trotz des Schocks bemühen sich einige der Yokuza noch immer, einen anderen Weg zu finden als den direkten Kampf. Lalajth appelliert eindringlich an Sukuinushi, an seine Verantwortung für Niparan und an die ursprüngliche Vereinbarung. Boleslav bringt unterdessen einen entscheidenden Gedanken ein: Der Ort selbst ist uralt, magisch aufgeladen und offenbar einst als Bannstätte angelegt worden. Vielleicht könne man die Macht des Brunnens und der alten Siegel nutzen, um die Fäulnis nicht nur aufzuhalten, sondern das entfesselte Wesen erneut zu reinigen oder zu binden. Dieser Gedanke findet Zuspruch. Selbst angesichts des Verrats und der Gewalt klammern sich die Yokuza an die Hoffnung, dass das Gleichgewicht noch durch Magie statt durch bloße Vernichtung wiederhergestellt werden kann.
Schließlich lenkt sogar die Kaiserin ein Stück weit ein, zumindest so weit, dass Reika ihre Kräfte zur Verfügung stellt. Während Svala erkennt, dass ihr eigenes Feuermal inzwischen verschwunden ist und damit zumindest ein Teil der alten Bindung gelöst wurde, ruft sie die anderen dazu auf, ihrerseits ihr Wort zu halten und die Situation nicht in blindem Hass enden zu lassen. Mit Schild und gezogener Waffe tritt sie dem Unwesen entgegen und versucht, es an den Brunnen zu locken, damit dort die vereinten Kräfte von Reinmagie, Schutz und alter Bannung wirksam werden können.
Showdown im Schatten des Vulkans [13.02. - 27.02.2026]
von Cerwen am 10.03.2026 18:43Informationen:
Teil: 1
Datum des Events: 13.02.2026
Anwesende Teilnehmer: Adrianna, Boleslav, Cassia, Lalajth, Lyssvolet, Reika [NPC], Svala
Abwesende Teilnehmer: /
Teilnehmer auf Ersatzbank:
Eventleiter: Max [Cerwen]
Dauer des Events: 4h 20min
Besuchte Orte im Event: Macans Hafen, Treffpunkt im Dschungel
Plot:
Nach der Ankunft in Macan's Hafen, dem sahanischen Außenposten von Vewend, betritt die Gruppe der Yokuza eine Szenerie voller Lärm, Hitze und geschäftiger Unruhe. Zwischen Händlern, Matrosen und Schiffen fällt vor allem das große niparanische Schiff ins Auge, dessen schwarz-weiß-goldene Pracht und die goldene Chrysantheme auf der Flagge bereits deutlich machen, dass die Delegation der Kaiserin nicht in Bescheidenheit reist. Während schwer bewaffnete Wachen und ein riesiger, düster wirkender Oni die Szenerie dominieren, wird der Gruppe erneut klar, wie angespannt und gefährlich das bevorstehende Treffen werden könnte. Viel Zeit verliert man nicht mit Nebensächlichkeiten. Schnell richtet sich das Gespräch auf die Frage, ob man direkt zum Treffpunkt aufbrechen sollte, und da niemand mehr Wichtiges im Hafen zu erledigen hat, entscheidet man sich für den unmittelbaren Aufbruch.
Noch bevor die Gruppe loszieht, werden jedoch wichtige Informationen zusammengetragen. Adrianna berichtet von ihren Nachforschungen über die Forderungen Sukuinushis an die Kaiserin. Diese soll ohne Krone, ohne Amtsrobe und ohne Drachenemblem erscheinen. Im Gespräch wird deutlich, dass diese Gegenstände weit mehr sind als bloße Symbole weltlicher Macht. Die Chrysanthemenkrone macht Irie nicht nur zur Kaiserin, sondern zur Verkörperung des niparanischen Reichsanspruchs; die Robe verbirgt mit ihren Bannknoten und Ritualsiegeln die verletzliche, menschliche Seite hinter einer geglätteten, unantastbaren Fassade; und das Drachenemblem schließlich steht für die neue religiöse Ordnung, die die alten Kami entmachtet hat. Daraus ergibt sich für die Gruppe eine wichtige strategische Erkenntnis: Wenn Sukuinushi tatsächlich Irie als Person begegnen will und nicht der Institution Kaiserin, dann muss man einen Weg finden, sie dazu zu bringen, diese Insignien freiwillig abzulegen. Rasch wird klar, dass rohe Gewalt dafür kaum taugt und eher Stolz, Eitelkeit oder politisches Kalkül angesprochen werden müssen.
Der Marsch zum Treffpunkt führt die Gruppe schließlich zu einem abgelegenen Felsplateau nahe des Schattenvulkans, einem überraschend idyllischen Ort mit Quellbecken, Quarzadern im Stein und einem beinahe heiligen Charakter. Gerade diese stille Schönheit macht die Lage unheimlich, denn allen ist bewusst, dass hier bald ein Gespräch stattfinden soll, das leicht in eine Katastrophe umschlagen könnte. Während Svala sofort das Wasserbecken untersucht und feststellt, dass dessen Oberfläche seltsam verzögert reagiert, halten die anderen Ausschau nach möglichen Gefahren. Lyss bemerkt schon bald, dass sie nicht allein sind, und Lalajth entdeckt schwarze, spinnenartige Geflechte an mehreren Punkten des Platzes. Adrianna erkennt darin keine Fallen, sondern uralte magische Hörnetze der Kmanthiken, eines einheimischen Volkes. Diese Netze speichern Schritte, Atem und Stimmen und dienen offensichtlich als Frühwarnsystem. Damit wird klar, dass der Ort längst beobachtet wird, auch wenn unklar bleibt, ob von Verbündeten, Ureinwohnern oder anderen Mächten.
Noch bedeutsamer wird die Entdeckung am Becken selbst. Unter Moos und Ablagerungen finden sich feine, radiale Rillen, die Adrianna als Teil eines alten Bann- und Bindungsdiagramms identifiziert. Das Becken ist kein einfacher Quellnapf, sondern ein Fokus- und Prüfpunkt, der Aura, magische Signatur und seelische Ausrichtung misst. Die Magie stammt nicht aus Niparan, sondern ebenfalls aus der alten Tradition der Kmanthiken. Für die Gruppe ergibt sich daraus die Vermutung, dass dieser Ort seit langer Zeit für genau eine solche Begegnung bestimmt oder zumindest vorbereitet wurde. Svala schlägt vor, die Kaiserin und den Kami einander gegenüber am Becken zu platzieren, sodass das Becken selbst zwischen ihnen zur unsichtbaren Prüfungsinstanz werden könnte.
Im weiteren Verlauf verdichtet sich die Stimmung von bloßer Erkundung zu taktischer Vorbereitung. Zugleich offenbart Svala ihren Gefährten eine brisante Vermutung: Die Oni der Kaiserin könnten aus korrumpierten Kamiseelen hervorgegangen sein, künstlich gebunden und durch eine fremde Magie versklavt. Das macht die Anwesenheit des riesigen Oni im Hafen nicht nur zu einer militärischen Drohung, sondern womöglich auch zu einer spirituellen Provokation. Svala erwägt daher, den Propheten zu kontaktieren, um herauszufinden, ob Sukuinushi solche Wesen befreien oder wenigstens neutralisieren könnte. Doch da weder Wasser noch Hörnetze antworten, bleibt diese Hoffnung zunächst offen.
Am Ende konzentriert sich die Gruppe darauf, das Gelände für das Treffen zu sichern. Die Netze und die Magie des Beckens sollen unangetastet bleiben, alles Fremde hingegen entfernt werden. Man legt erste Überlegungen zur Stellung der eigenen Leute an, diskutiert Neutralität, Sichtlinien, mögliche Hinterhalte und Rückzugswege. Dabei bleibt stets präsent, dass beide Seiten – Kaiserin wie Kami – jede falsche Bewegung als Parteinahme deuten könnten.
Re: Wie spricht man's aus?
von Mircea am 09.03.2026 13:06Re: Ein Traum von Freiheit [02.03.2026 - X]
von Quinn am 08.03.2026 10:42Name des Events: Ein Traum von Freiheit
Informationen:
Teil: 2
Datum des Plays: 02. 03 .2026
Anwesende Teilnehmer: Quinn, Kamaitachi, Szeht, Aravae, Faeryndil, Artur, Zemira
Abwesende Teilnehmer: -
Eventleiter: Seyper
Dauer des Events: 19:39Uhr - 22:55Uhr
Besuchte Orte im Event: Testulam-Wald, Lager des Ordensritters, Wald nach Persepolos
Zusammenfassung:
Die Geschichte der Gruppe geht weiter, nachdem sie den Ordensritter aus der Höhle getragen hatten. Draußen angekommen ist dieser, dank Faeryndils Heilkräften, wieder zu sich gekommen. So fragte er die Gruppe, wer sie denn seien, und trotz eines kurzen Zwischenfalls durch Kamaitachi erklärte die Gruppe, warum sie denn zusammengefunden haben. Auch der Ordensritter erklärt sich als Arnaut Thibault, auch wenn Szeht der festen Überzeugung ist, es wäre in Wirklichkeit der Apfelbauer Benjamin. Daraufhin wurden die Beweggründe von Kamaitachi hinterfragt, dem Ordensritter zu helfen. Es wurde aufgeklärt, dass er hauptsächlich als Schutz dort war, ehe der Ordensmann seine Geschichte erzählt hat. Er erzählte, dass er von den Sklavenhändlern durch eine Gefangene, die fliehen konnte, erfahren hat, nachdem er schon Untersuchungen zu dem Verschwinden vieler aus der Umgebung gemacht hatte. Diese erzählte ihm von Persepolos und „Le Renard", dem Anführer der Sklavenhändler, der nur unter diesem Alias angesprochen wurde, was der Grund war, dass er nach Aushilfe gesucht hat, um die Sklaven zu befreien. Wie dann Personen in Rüstungen der Schwanengarde zu seinem Lager kamen, ihn versuchten, festzunehmen, und dann angriffen, er alle außer einen tötete, dieser eine aber leider auf einem Pferd fliehen konnte. Deswegen hat die Gruppe dann beschlossen, zurück zum Lager zu gehen und dort nach Spuren zu suchen, wie es mit den Händlern weitergehen könnte und auch, ob es sich wirklich um die Schwanengarde handelte. Im Lager angekommen, begann die Gruppe auch schon direkt ihre neuen Untersuchungen, unter der Angst, es könnte noch jemand zurückkommen. So ... fanden sie erstmal bedauerlicherweise keine Spuren, doch dann, nach etwas Suchen, entdeckte Artur etwas: Bei den Rüstungen der Garde gab es Löcher in den Kettenhemden, die eindeutig von einer Waffe stammten, aber an diesen Stellen gab es keine Wunden. Das bestätigte den Verdacht der Gruppe: Die Rüstungen waren tatsächlich gestohlen worden. Schnell nach Arturs Fund machte auch Szeht noch eine wichtige Entdeckung: Ein paar Münzen und ein Pergament, welches er aber nicht lesen konnte ... Es war auf Boursoinelle, welches der Ordensritter verstehen konnte! Und so konnte er der Gruppe erklären: Le Canard, ein Untergebener von Le Renard, sollte ihn im Wald an der südlichen Straße zu Persepolos treffen, nachdem er Arnaut getötet haben sollte. Darum wusste die Gruppe: Jetzt muss man schnell handeln, um eine Chance zu haben. Sie überlegten, sich mit den Rüstungen der Toten zu verkleiden, sahen aber davon ab, aufgrund des Zeitdrucks, und sind darum kurz darauf los, auf schnellstem Wege in den Wald vor Persepolos. Doch der Ordensritter meldete sich ein letztes Mal zu Wort: Er fragte alle, warum sie helfen und ob sie sich wirklich sicher sind. Immerhin wissen sie nichts über le Renard und seine Leibwachen. Das ganze Unterfangen könnte also sehr gefährlich werden. Doch niemand in der Gruppe hatte große Zweifel, sie alle wollten für das Richtige kämpfen, und so brachen sie auf. Dank Faeryndil konnte die Gruppe schon auf dem Weg eine gute Stelle für einen Überfall festmachen. Und so, auf dem Weg zu eben jener Stelle, plant die Gruppe nun ihren eigenen Hinterhalt auf die Sklavenhändler, um Le Renard zu besiegen und die Sklaven zu retten, wussten sie doch, sie wären ihre einzige Hoffnung ...
Ein Traum von Freiheit [20.02.2026 - X]
von Quinn am 01.03.2026 13:20Name des Events: Ein Traum von Freiheit
Informationen:
Teil: 1
Datum des Plays: 24.02.2026
Anwesende Teilnehmer: Quinn, Kamaitachi, Szeht, Aravae, Faeryndil, Artur, Zemira
Abwesende Teilnehmer: -
Eventleiter: Seyper
Dauer des Events: 20:08Uhr - 23:14Uhr
Besuchte Orte im Event: Testulam-Wald, Lager des Ordensritters, Orchideenvipern Lichtung, Höhle unterm Ausläufer
Vorgeschichte: Längst ist der Orden der Versöhnung auf Balora so gut wie jedem ein Begriff und während er in Embaro sogar so weit anerkannt wurde, dass die dortige Rechtssprechung von Angehörigen des Ordens beeinflusst werden kann, sträuben sich die Regierungen von Sah und Mineria noch gegen den Einfluss der aufstrebenden Gemeinschaft, welche sich für Frieden und Gewaltlosigkeit einsetzt.
Dennoch bereisen Angehörige des Ordens den gesamten Kontinent und bemühen sich, lokale Probleme zu schlichten, Lösungen zu finden oder Bedrohungen von der Bevölkerung abzuwenden. Dies sorgt auch dafür, dass die schwarzen Roben der reisenden Ritter wohlwollend in den Ortschaften aufgenommen werden und auch oftmals eine kostenlose Mahlzeit spendiert wird.
Natürlich sucht der Orden auch stets Interessierte, welche sich ein Leben im Dienste des Friedens und der Versöhnung vorstellen können. Besonders der Umstand, dass Vertreter jedweder Rasse und jeglichen Standes mit Eintritt in den Orden auf gleicher Stufe stehen ist besonders für die ärmere Bevölkerung attraktiv und gibt ihnen das Gefühl, etwas in der Welt bewirken zu können.
Aus diesem Grund verbreitet es sich bei Volk und Reisenden in der Nähe von Persepolos auch rasant, dass ein Ordensritter hier in der Nähe des Testulam-Waldes lagert und dort Freiwillige sucht, welche ihm in einer wichtigen Sache unterstützen mögen.
Offenbar ist der Ordling einer Bande auf der Spur, welche für mehrere Entführungen in der Gegend verantwortlich ist und diese in Bälde in die auswärtige Sklaverei verschiffen will. Was dies für die armen Seelen deutet, ist wohl selbsterklärend, weswegen der Ordensritter alles in Bewegung setzen möchte, um eben dies zu verhindern und dabei auf die Hilfe der lokalen Bevölkerung sowie fähiger Reisender in der Umgebung angewiesen ist.
Zusammenfassung:
Die Truppe fand sich zusammen auf dem Weg zum Lager des Ordensritters. Als sie dann an die Flussgabelung eben jenes Lagers gelangten, bemerkten sie, dass die Rauchfahnen nicht nur ein einfaches Lagerfeuer waren, sondern dass da gerade der Kopf einer Person kokelte. Und noch zwei weitere Leichen konnten gefunden werden. Eine im Busch und eine auf dem Zelt. Genauere Untersuchungen ergaben, dass die eine Leiche zerquetscht wurde und eine weitere durch Blutung gestorben sei und die Wunden vitale Stellen trafen. Die Rüstungen wurden nicht als Ordensrüstungen erkannt, sondern als jede der Schwanengarde. Es wurde auch eine Blutspur gefunden, die vom Lager weg geführt hat, welcher man dann, angeführt durch Artur, in den Wald gefolgt ist. Währenddessen hat man darüber philosophiert, warum die Schwanengarde dort war, was es zu bedeuten hat und warum es vielleicht gar nicht wirklich diese waren, und hatte ein paar kleinere Beschwerden in der Gruppe umeinander. Auf einer kleinen Lichtung verlor man zunächst die Spur, doch zum Glück konnte man eine weitere Spur im Laub entdecken, welcher man weiter gefolgt ist. Nach einem weiteren Fußmarsch fand man so eine erneute Lichtung, mit einem Baumstumpf in der Mitte und vielen Blumen um diese herum. Faeryndil konnte diese als Orchideenvipern enttarnen, doch war es schon zu spät, da Zemira eine berührte, welche sie dann auch prompt biss, wodurch sie mit der Witzsucht vergiftet wurde, welche Faeryndil nach einem gescheiterten Versuch, sie durch einen Zauber zu entgiften, mit einem Trank heilte. Über den Vipern fand man auch Fußspuren, die bedeuteten, dass der Ordensritter durch diese gelaufen sein musste, was den Verdacht brachte, dass auch dieser gebissen worden sein könnte. Die Gruppe machte also lieber einen Bogen um die Blumen, nachdem sie durch etwas Musik von Szeht friedlicher gestimmt, auch zum Wachsen stimuliert wurden. Die Spur konnte man danach erneut aufnehmen, zu einem Findling im Wald, von dem man nicht nur Wasser plätschern hören konnte, sondern auch Gekichere. So versammelte sich die Gruppe dort und fanden eine Höhle unter dem Ausläufer eines Findlings. Nachdem durch viele schlechte Witze und Dad-Jokes ausfindig gemacht wurde, dass es sich tatsächlich um den Ordensmann handelt, nutzte Quinn seine Handfackel, um der Gruppe beim Erkunden der Höhle Licht zu spenden. Die Höhle wurde dann betreten und man redete etwas mit dem Witz reißenden Mann. Nachdem er versucht hatte, sich an die Damen der Gruppe ranzumachen, wurde ihm ein Heiltrank angeboten, welchen er prompt wegschüttete, sich dabei kugelnd vor Lachen. So wirkte Faeryndil den Zauber „Entgiftung" auf ihn, um die Witzsucht loszuwerden, doch leider trafen ihn daraufhin die Schmerzen auf einen Schlag, wodurch der Ritter in Ohnmacht fiel. Schlussendlich wurde von Faeryndil noch ein Heilzauber auf den Mann gewirkt, damit dieser hoffentlich bald wieder aufwachen kann und man mehr darüber erfährt, was mit ihm und dem Auftrag geschehen ist ...
Re: Die Bestie von Herzwald
von Dinah am 18.02.2026 18:08Die Bestie von Herzwald [28.11.2025 - ]
Name des Events:Die Bestie von Herzwald
Informationen:
Teil: 5
Datum des Plays: 12.02.2026
Anwesende Teilnehmer: Adrianna, Dinah, Nika, Keyara, Quinn
Abwesende Teilnehmer: Mythrae, Kemuri
Eventleiter: Hendrik
Dauer des Events: 19:30 Uhr – 01:07 Uhr
Besuchte Orte im Event: Mine
Man besprach sich noch einmal kurz und schlich dann in der festgelegten Reihenfolge in den Tunnel. Dieser macht auch erst mal nicht viel her bis man zu einer Biegung kommt hinter der sie ein Skelett finden neben dem eine rostige zerbrochene Spitzhacke liegt. Nach Untersuchungen des Skeletts durch Dinah und Nika finden sie dann auch schnell heraus das es sich zum einen Wohl um zwei unterschiedliche Wesen handelt, sind die Krallenspuren am Haus kleiner als die die sie hier finden, und das was immer den vermeintlichen Minenarbeiter getötet hat ziemlich viel Kraft aufgewendet hat, wurde der Brustkorb regelrecht zertrümmert. Zudem wurde der Tote wohl auch angefressen wie Fraßspuren und fehlende Knochen vermuten lassen. Zeitgleich findet Keyara in der Hand des Skeletts ein Stück Pergament mit dem Text „Stört nicht ihren Schlaf".
Adrianna kann die Gruppe dann auch sehr bald erhellen womit sie es zu tun haben, da bei den Krallenspuren irgendwas bei ihr klingelte und sie ihr Oberstübchen durchwühlte bis sie die gewünschte Info gefunden hat: Wendigos sind ihre Gegner. Sie liefert auch noch weitere wichtige Informationen zu dem was sich mit ihnen in der Mine befindet bevor man weiter geht. Anschließend folgt eine etwas längere Diskussion da Nika zunächst der Meinung ist das man sich besser zurückziehen soll während der Rest anderer Meinung ist, aber man einigt sich doch noch und schmiedet einen Plan wie man dem Wendigo zu Leibe rücken will.
Sobald alle Vorkehrungen getroffen sind macht man sich dann auf den Weg um ein paar Meter weiter am Ende des Ganges einen Hohlraum vorzufinden. In diesem können sie im Fackelschein in einer Nische auch den gesuchten Wendigo entdecken. Eine regungslose, 3 m große Gestalt mit einem hirschähnlichen Geweih, einer knochenhaften Maske auf dem Gesicht und einem mit langen schwarzen Fell bedeckten Oberkörper. Unnatürlich lange Arme mit scharf aussehenden Klauen sind um den von Spinnweben und dunklem Moos bedeckten Körper geschlungen. Allerdings entdecken sie auch noch etwas ungewöhnliches: Vom Arm der Kreatur verläuft eine Art Schlauch aus Tierfasern zu einer kleinen Glasflasche in der sich das Blut sammelt. Zapft da jemand scheinbar das, für einen Heiler recht wertvolle, Blut ab um es dann in Heiltränken zu verwenden. Ein Umstand der die Dorfheilerin Arvita für die Gruppe gleich nochmal mehr in Verdacht bringt.
Lange unterhalten tut man sich aber nicht mehr sondern macht sich direkt für den Kampf bereit. Der auch gleich ziemlich gut beginnt da bis auf Quinn alle direkt mit Feuerbombe, Säure und magischen Angriffen ziemlich guten Schaden machen. Wie erwartet erwacht der Wendigo aber auch sofort und nur die Tatsache das sie bisher aus der Ferne agiert haben, schützt die Gruppe vor dessen Zorn. Keyara rettet bei der nächsten Angriffswelle auch gleich einmal mit einem Pfeil direkt ins Auge der Kreatur die Ehre der Gruppe, haben alle anderen wohl kurzzeitig das Treffen verlernt. Anschließend verläuft der Kampf dann aber auch für alle wieder deutlich besser und bis auf Quinn, der sich leider einmal selbst verletzt, gehen alle komplett unverletzt aus dem Kampf hervor.
Um einen toten Wendigo reicher, erleichtern sie diesen gleich noch um etwas von seinem Blut welches Quinn an sich nimmt während Dinah das Fläschchen mit dem bereits gesammelten an sich nimmt. Nika erleichtert ihn noch um seinen Pelz und es werden noch ein paar Splitter von der Maske eingesteckt bevor man beschließt sich kurz auszuruhen bevor man sich wieder den Ermittlungen widmet.
Re: Die Bestie von Herzwald
von Dinah am 12.02.2026 17:42Die Bestie von Herzwald [28.11.2025 - ]
Name des Events: Die Bestie von Herzwald
Informationen:
Teil: 4
Datum des Plays: 01.02.2026
Anwesende Teilnehmer: Adrianna, Dinah, Keyara, Nika, Quinn Noé,
Abwesende Teilnehmer: Mythrae, Kemuri. Zilly
Eventleiter: Hendrik
Dauer des Events: 19:30 Uhr – 00:00 Uhr
Besuchte Orte im Event: Mineneingang, Mine
Nachdem die Gruppe sich zuletzt für das Betreten der Mine gerüstet hatte wurde dieses Mal noch schnell eine Reihenfolge festgelegt in der sie gehen wollen, mit dem Gedanken das diese wohl die meiste Sicherheit bietet: Nika, Dinah, Quinn, Adrianna, Keyara. Während diese festgelegt wurde, untersuchte Adrianna den Eingang noch auf magische Spuren, konnte aber nichts finden. Ebenso wenig wie Nika der noch nach Fallen und ähnlichem gesucht hatte.
Anschließend geht es dann auch direkt in die Mine wo sich ihnen schon bald ein 3 m breiter Stollen mit Schienenwerk auf dem Boden öffnet. An den Wänden sieht man deutlich Spuren von Spitzhacken und anderem Werkzeug und ein leicht modriger Geruch nach feuchtem Stein und Erde liegt in der Luft. Dieser Stollen öffnet sich dann auch schon bald in einen deutlich größeren, rundlich angelegten Stollen mit so hoher Decke das die Lampen sie kaum mit ihrem Licht erreichen. Abzweigende Schienen deuten darauf hin das es wohl mehrere Wege gibt die man gehen kann. Erste Untersuchungen einer umgekippten Lore und die Suche nach verwertbaren Spuren bringen die Gruppe zunächst nicht weiter. Dafür finden sie als sie weiter gehen einen zugenagelten Gang mit Warnschildern, bei dem Dinah feststellt das zwei der Bretter erst vor kurzem mit neuen Nägeln befestigt wurden. Nach einer kurzen Diskussion und der Berücksichtigung von Adriannas Info das sie dahinter eine schwache magische Präsenz spürt, wird zunächst beschlossen sich weiter umzusehen und später zu diesem Gang zurück zu kehren.
Demzufolge geht man erst einmal weiter und kommt so zu einem Holztor welches einen weiteren Gang verschließt und sich wohl irgendwie hochziehen lässt. Man findet auch die Kette die dafür genutzt wird, allerdings ohne Griff. Bevor man eine Räuberleiter machen kann, beschließt Adrianna ihrem Spitznamen „Flummi" alle Ehre zu machen und springt so lange bis sie die Kette greifen kann. Einmal das Tor hochgezogen man die Kette in einen Haken der wohl genau dafür gedacht ist und geht weiter. In der scheinbaren Sackgasse in der sie dadurch landen, entdecken Dinah und Nika dann allerdings einen weiteren schmalen Gang der durch davor gestellte Latten verdeckt worden war.
Dahinter finden sie einen Rucksack, eine Stelle an der jemand gegraben hat und Werkzeug. Die Durchsuchung des Rucksacks fördert kurz darauf ein Tagebuch zu Tage was nur noch weitere Fragen aufwirft. Scheinbar hat das Opfer hier nämlich gegraben mit dem Ziel gerade so viel Silber zu finden das er den Händler Eder Stetzborn über den Tisch ziehen und sein Haus verkaufen kann. Er schreibt aber auch das der Wachmann Tristan, die Heilerin Arvita und er zwar ausgemacht hatten nicht zu verkaufen, ihm das aber mittlerweile egal sei. Ein Umstand der nun auch Tristan und Arvita durchaus verdächtig macht. Da man aber bisher nur spekulieren kann, entscheidet man sich, nachdem Quinn noch einen kleinen Beutel mit weiterem Silber gefunden hat, das der Tote wohl als Fluchtgeld gedacht und versteckt hatte, zurück zu dem vernagelten Gang zu gehen.
Vor diesem bespricht man noch kurz das weitere indem man festlegt das Nika die Bretter mit einer zum Brecheisen umfunktionierten Spitzhacke die Bretter zu lesen während Keyara mit gespanntem Bogen Rückendeckung gibt für den Fall das direkt etwas aus dem Gang kommen sollte. Dem ist glücklicherweise nicht so und in der zu beginn festgelegten Reihenfolge betreten alle den dahinter liegenden Gang bereit sich mit dem zu messen was dort irgendwo ruht, auch wenn man sich drauf einigt zu fliehen wenn es zu gefährlich werden sollte.







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